Der große Weihnachtsbäckerei-Ratgeber

Was war noch gleich Piment? Und wofür verwendet man eigentlich eine Palette? Wie verpacke ich Plätzchen am besten, und kann ich den Kuchen auch einfrieren? Wer sich beim Backen diese oder ähnliche Fragen stellt, ist in diesem Kapitel richtig: Wir stellen Backhelfer für die Küche, geben eine Übersicht über klassische Weihnachtsgewürze, liefern reichlich Tipps rund um die Zubereitung und haben außer­dem einige Ideen gesammelt, wie sich die süßen Leckereien mit wenig Aufwand in schöne Mitbringsel verwandeln lassen.

Tipps & Tricks | Ratgeber Weihnachtsbäckerei

Nützliche Backhelfer

Nützliche Backhelfer

Bürstchen, Ausstecher und Holzmodel

Holzmodel: Zum Formen von Bärentatzen, vor dem ersten Gebrauch gut einölen und einziehen lassen, bei der Verwendung sollte es trocken sein.

Kleines Bürstchen: Zum Reinigen der Ausstecher, gelangt auch in die kleinsten Winkel.

Ausstechförmchen: Gibt es in reichlich Formen und Größen im Küchenfachhandel oder online. Gut gereinigt und trocken aufbewahren.

Teigrädchen, Teigkarte und Teigschaber

Teigrädchen: Zum Ausradeln schlichter, eckiger Plätzchen, z. B. für die Lebkuchenhäuser.

Teigkarten: Helfen, Teig sauber aus Schüsseln oder von der Arbeitsfläche zu lösen und zu portionieren. Mit der gezackten Karte lassen sich Sahne- und Cremetorten verzieren (z. B. Bûche de Noël).

Teigschaber: Mit einem flexiblen Kopf aus Gummi oder hitzebeständigem Silikon dient er zum Rühren und Unterheben von Zutaten, zum Umfüllen von Teig sowie zum Aus- bzw. Abkratzen von Schüsseln und Mixerquirlen.

Paletten und feine Reibe

Paletten: Mit ihnen werden Torten glatt mit Cremes und Sahne überzogen, Teigoberflächen in der Backform geglättet oder Plätzchen mit Guss bestrichen. Die gewinkelte Palette dient außerdem zum Umheben von Backwerk, z. B. von Plätzchen aufs oder vom Blech.

Feine Reibe: Sie ist ideal zum Abreiben von Zitrusschalen und zum Reiben von Ingwerwurzel oder (gekühlter) Schokolade.

Keramikerbsen und Nudelholz

Keramik­erbsen: Sie werden zum Blindbacken verwendet. Getrocknete Hülsenfrüchte sind eine Alternative dazu .

Nudelhölzer: Sie gibt es traditionell aus Holz, aber auch aus Metall (vor der Verwendung kühlen) oder Silikon. Für alle gilt: Sind sie ein wenig mit Mehl bestäubt, lassen sich die Teige leichter ausrollen.

Holzspiesse, Backpinsel und Sieb

Längere Holz­spieße: Eigentlich zum Grillen oder für Schaschlik. Mit ihnen verbrennt man sich bei der Stäbchenprobe zum Testen des Kuchens im Ofen nicht die Finger.

Backpinsel: Mit Naturborsten oder aus hitzebeständigem Silikon zum Einfetten von Backformen, Bestreichen von Teig und Kuchenoberflächen oder zum Auftragen von Guss.

Kleines Sieb: Hilft beim Bestäuben der Kuchen mit Puderzucker, ein größeres zum Durchsieben von Mehl und Co.

Spritzbeutel und Wasserbadtopf

Spritzbeutel aus Plastik (Einweg): Sind für feine Konturen aus Zuckerguss und flüssiger Schokolade ideal. Zum Verzieren von Torten und zur Verwendung mit Spritztüllen gibt es festere Beutel zur mehrfachen Benutzung.

Wasser­badtopf: Zum Schmelzen von Schokolade und Kuvertüre – er wird über einen zweiten Topf mit Wasser gesetzt, der erhitzt wird, damit die Schokolade im Topf darüber sich verflüssigt.

Backformen

Backformen aus Metall (hier: Kasten-, Spring- und Guglhupfform): Sollten vor Verwendung gut eingefettet werden. Am besten löst sich Gebäck aus beschichteten Formen, aber Achtung, diese sind meist kratzempfindlich. Dunkle Formen leiten die Hitze gut und sorgen für besonders gelungene Ergebnisse.

Mini-Guglhupfform, Kuchengitter, Kuchenretter und Backpapier

Kuchen­retter aus Metall oder Kunststoff: Helfen beim Stapeln von mehrschichtigen Torten und beim Umheben großer Kuchen aus der Form.

Kuchen­gitter: Hier kühlen Plätzchen, Kuchen und Co. zügiger aus, und es dient als Unterlage beim Überziehen von Gebäck mit Guss oder Schokolade.

Mini-Guglhupfformen: gibt es in vielen Größen. Aus Silikonformen lassen sich die Küchlein besonders leicht herauslösen.

Backpapier: Ist ein Universalhelfer in der Küche: Belegt man Bleche oder Springformböden damit, erspart dies das Einfetten. Als Unterlage hilft es beim Ausrollen sowie beim Überziehen mit Guss und Schokolade; wird Teig damit abgedeckt, trocknet er nicht so schnell aus.

Muffinförmchen

Muffinförmchen: Aus Papier zum Auskleiden des Muffinblechs oder für Soloverwendung. Für Letzteres zwei ineinandersetzen, das gibt mehr Halt. 

Gewürze

Gewürze

Anis

Verfeinert Gebäck mit seinem leicht lakritz- und fenchel­ähnlichen Geschmack.

Vanille

Die „Königin der Gewürze“, wird aus den Samenkapseln einer Orchideenart gewonnen. Das Vanillemark wird herausgekratzt und zum Backen verwendet. Die Schote in Zucker einlegen, das ergibt feinen Vanillezucker. 

Ingwer

Schmeckt scharf-aromatisch und kann frisch gerieben oder getrocknet und gemahlen verwendet werden. 

Fleur de Sel

Dies ist eine besonders feine Salzart, die beim Verdunsten von Meerwasser entsteht. Die größeren Kristalle sind ideal zum Aromatisieren von Schokolade oder Karamellcremes. 

Safran

„...macht den Kuchen gehl“, sagt ein altes Kinderlied. Die Stempelfäden einer Krokusart gehören zu den teuersten Gewürzen der Welt und verleihen Gebäck neben gelber Farbe ein leicht bitteres Aroma.

Muskatnuss

Wird am besten auf einer kleinen Muskatreibe frisch gerieben und hat ein nussig-warmes Aroma. 

Zimt

Zimtstangen werden aus der getrockneten Rinde des Zimtbaums gerollt. Vor der Verwendung im Mörser fein zerstoßen oder gemahlen kaufen.

Gewürznelken

Schmecken sehr intensiv und leicht scharf und sollten nur sparsam verwendet werden. 

Piment

Erinnert geschmacklich an eine Reihe warmer Gewürze wie Nelken, Muskat oder Pfeffer und wurde deshalb früher einfach nur als „Gewürz“ bzw. im Englischen als „allspice“ (Allgewürz) bezeichnet.

Pfeffer

Pfeffer ist in der Weihnachtsbäckerei aus Pfefferkuchen und Gewürzmischungen nicht wegzudenken. Vorsichtig dosieren.

Lebkuchengewürz

Lebkuchengewürz ist eine praktische Mischung aus typischen warmen Gewürzen wie Zimt, Kardamom, Nelken, Koriander und mehr.

Kardamom

Wird in der süßen Backstube in grüner Form verwendet. Die Kapseln vorsichtig öffnen, Samen herauslösen und im Mörser zerreiben.

Koriandersamen

Hat ein warmes Aroma und wird auch in der herzhaften Küche häufig eingesetzt. Die kleinen Körner am besten frisch zerstoßen.

Schön verpackt!

Schön verpackt!

Verpackungen

Plätzchen, Leb- und Pfefferkuchen sind eine liebevolle Geschenk­idee aus der eigenen Küche, die als Mitbringsel zum Advents­kaffee genauso wie als Weihnachtsgeschenk – zum Beispiel für die Großeltern – für Begeisterung sorgt. Wer sich mit der Herstellung viel Mühe gibt, möchte die süßen Geschenke sicher auch schön verpackt überreichen. Statt der klassischen Keksdose bieten sich dafür eine Vielzahl von hübschen Utensilien an: Schlichte Zellophantüten, feine, halbtransparente Stoffbeutelchen oder gemusterte Papiertüten mit „Fenster“ zeigen auf einen Blick, welchen knusprigen Schatz sie bergen. Wer lieber für Überraschung sorgen möchte, verwendet schlichte Spanschachteln oder hübsch bezogene kleine Kartons (ggf. vorher mit Pergamentpapier auslegen).
Gemustertes Klebeband mit weihnachtlichem Sterndekor verschließt sie und ist zugleich Verzierung. 

Besonders persönlich wird das Präsent mit einem selbst gestalteten Schild: Anhänger aus Pappe werden, schön beschriftet und mit Stempeln verziert, zum Hingucker und geben Auskunft über die Köstlichkeiten. Befestige mit farbigen Kordeln, Spitze oder bunt gewebten Bändchen am Geschenk – eine Schleife verführt zum Aufziehen und Losknuspern. Typische Bastelzutaten und Verpackungen findet man im Papierhandel und Bastelgeschäft.
Denke ruhig etwas um die Ecke, um zu Deiner ganz persönlichen Verpackung und Gestaltung zu gelangen – und mache z. B. niedliche Minikuchen wie Cupcakes oder Guglhupfe in einer kleinen Glasglocke zum Star!

Backen: Tipps & Tricks

Backen: Tipps & Tricks

Bitte lese das Rezept vorab durch, um zu überprüfen, ob alle benötigten Zutaten und Geräte vorhanden sind. Gekühlte Zutaten bitte rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen, wenn sie bei Zimmertemperatur verarbeitet werden sollen. Teige, die länger kühlen oder ruhen müssen, rechtzeitig vorbereiten, damit es später wie geplant los­gehen kann.

Vor dem Backen den Ofen vorheizen und die Backformen oder Bleche vorbereiten, damit die zubereiteten Teige nicht lange warten müssen, sondern zügig in den Ofen wandern können. Wer im Backen nicht so geübt ist, sollte die Zutaten vorab nicht nur bereitstellen, sondern die benötigten Mengen am besten auch schon abwiegen.

Lebensmittel sind Naturprodukte und können daher in ihrer Konsistenz jederzeit etwas schwanken. So nimmt beispielsweise länger gelagertes Mehl mehr Flüssigkeit auf als frisches, weil es trockener ist. Das ist kein Zeichen von schlechterer Qualität, aber es kann den Teig beeinflussen: Mit etwas Erfahrung merkst Du sofort, wenn der Teig mehr Flüssigkeit oder mehr Mehl benötigt. Backanfänger sollten sich etwas Zeit nehmen und überprüfen, ob z. B. der Mürbteig wirklich noch mehr Wasser braucht oder sich nicht mit etwas mehr Kneten von allein zu einem Teig verbindet. Beim Rührteig kann zu wenig Flüssigkeit dafür sorgen, dass sich weitere Zutaten nur schwer unterziehen lassen; dann einfach noch etwas mehr Milch oder andere verwendete Flüssigkeit zugeben, bis eine geschmeidige Konsistenz erreicht ist.

Wenn Du mehrere Rezepte nacheinander backst, erwärmt der Backofen die Küche eventuell so sehr, dass die Teige sich nicht so gut ausrollen lassen. Nehme den Kühl- oder Gefrierschrank zu Hilfe und stelle unausgerollten wie ausgerollten Teig nochmals kühl, bevor Du Plätzchen ausstichst. Auch die Plätzchen selbst vertragen vor dem Backen noch mal einen Kühlgang, wenn der Teig sehr weich oder der Ofen noch besetzt ist.

Rührteige und Biskuit sind in der Regel so geschmeidig, dass man sie problemlos in die Form löffeln kann. Streiche die Oberfläche anschließend glatt, damit das Gebäck gleichmäßig backt – es sieht dann auch noch schöner aus.

Die angegebene Backzeit in den Rezepten ist ein Richtwert, der sich verändert, wenn die Formen größer oder kleiner sind oder die Ofentemperatur schwankt. Behalte daher das Backwerk im Blick – ohne allerdings in der ersten Hälfte der Backdauer die Ofentür zu öffnen: Kuchenteige mögen keine Zugluft, und wenn die Temperatur im Ofen ins Schwanken gerät, kann das Gebäck zusammenfallen. Wer kein Ofenfenster hat, muss sich in Geduld üben und sollte erst zum Ende der Backzeit nachgucken, ob das Prachtstück schon fertig ist. Auch dann gilt: Ofentür so kurz wie möglich öffnen und rasch wieder schließen.

Wer nicht sicher ist, ob der Kuchen durch ist, macht die Stäbchenprobe. Dafür mit einem Holzstäbchen mittig in den Kuchen stechen. Klebt noch feuchter Teig daran, Kuchen weiter backen und in 5- bis 10-Minuten-Schritten erneut testen. Der Kuchen ist fertig, wenn das Stäbchen sauber aus dem Teig gezogen wird.

Wird die Oberfläche des Gebäcks zu dunkel, legt man ein Stück Alufolie locker darauf, dann kann der Kuchen fertig backen, ohne von oben zu stark zu bräunen.

Bitte heize den Backofen rechtzeitig vor und schiebe das Backwerk erst hinein, wenn die angegebene Temperatur erreicht ist. In allen Rezepten ist die Ofentemperatur für Ober- und Unterhitze angegeben. Wer einen Gasherd mit Stufenangaben hat, richtet sich nach der Vergleichstabelle vom Hersteller. Viele moderne Öfen haben eine Umluftfunktion, die es erlaubt, auf mehreren Ebenen gleichzeitig zu backen. Das ist für Rühr- und Mürbteige kein Problem, für Biskuit und Baiser nicht so empfehlenswert. Wenn Du die Umluftfunktion nutzen willst, reduziere die im Rezept angegebene Temperatur um etwa 20 °C. 

Ältere Backöfen sind manchmal nicht mehr so zuverlässig in der Temperatur: Wenn Du dem Ofen nicht traust, kaufe ein Backofenthermometer und richte Dich nach dessen Angaben. Sollte der Ofen vorne und hinten unterschiedlich stark heizen, drehe das Blech oder die Backform nach der halben Backzeit einfach einmal.

Wir geben in den Rezepten keine Einschubhöhe an, weil die Aufteilung des Ofens je nach Modell variiert. Bei Ober- und Unterhitze ist es optimal, das Backwerk in der Mitte des Ofens zu platzieren, bei Umluft empfiehlt es sich, genug Abstand zwischen den Blechen zu lassen, so dass die Luft gut zirkulieren kann.

Behandle Kuchen, Kekse und Co. auch nach dem Backen vorsichtig: Biskuit fällt zusammen, wenn er zu stark erschüttert wird, und zarte, mürbe Kekse können leicht zerbrechen. Am besten die Backwaren mit Blech oder Form auf ein Kuchengitter setzen und erst mal einige Minuten abkühlen lassen. Sollen Kekse und Plätzchen saftig bleiben, werden sie mit einer Palette vom heißen Blech auf ein Kuchengitter gehoben und können dort auskühlen. Knusprige Kekse profitieren vom Abkühlen auf dem Blech, sie knuspern dort noch etwas nach.

Kuchenformen sind direkt aus dem Ofen sehr heiß, lass sie daher unbedingt etwas abkühlen, damit Du Dich beim Herauslösen des Kuchens nicht verbrennst. Wenn genug Zeit ist, können Kuchen in der Form auf dem Kuchengitter erkalten. Wenn es schnell gehen soll, das Gebäck nach ca. 20 Minuten vorsichtig herausnehmen und auf dem Gitter zu Ende auskühlen lassen.

Je nach Feuchtigkeitsgehalt und Teigart sind manche Gebäcke einige Tage oder sogar Wochen haltbar, andere schmecken dagegen frisch am besten. Bewahre das Gebäck an einem kühlen, dunklen Ort (optimal: die Speisekammer) auf und verpacke es gut: Stollen sollten in Pergamentpapier und Alufolie gewickelt, Leb- und Pfefferkuchen in dicht schließenden Dosen aufbewahrt werden. Teilchen und Kekse mit Guss wie z. B. Baumkuchenecken stapelst Du am besten vorsichtig in einer Dose und trennst die einzelnen Lagen mit Pergament- oder Backpapier, damit nichts zusammenkleben kann.

Sahnetorte reagiert empfindlich auf Wärme und sollte im Kühlschrank aufbewahrt werden. Unter einer Tortenhaube hält sie dort ein bis zwei Tage, ist frisch aber am schönsten. Das gilt auch für Buttercremetorten: Sie überstehen einige Tage im Kühlschrank problemlos, aber die Creme trocknet an der Oberfläche etwas ein. Rührkuchen halten sich in einer Frischhaltedose an einem kühlen Ort einige Tage. Hefekuchen wie Nusskranz schmecken ganz frisch aus dem Ofen am besten.

Plätzchen und Kekse sind meist ein bis mehrere Wochen haltbar, wenn man eine Regel beachtet: Jede Sorte getrennt aufbewahren und nur zum Servieren auf dem Teller mischen! So bleiben mürbe, trockene Plätzchen knusprig, und saftige werden nicht trocken, was in einer gemeinsamen Dose schnell passieren kann. Außerdem behält jede Sorte ihr eigenes, unverwechselbares Aroma, wenn man sie beim Aufbewahren nicht mischt.

Der Gefrierschrank ist gerade für Hefe- und Rührkuchen, aber selbst für Torten hilfreich: Hefekuchen ganz frisch eingefroren verliert beim Auftauen kaum Aroma – und wenn man ihn noch mal kurz in den heißen Ofen schiebt, ist er fast wie frisch gebacken. Zucker- oder Schokoladenguss dann besser erst anschließend auftragen, er kann sonst im Ofen wieder flüssig werden.

Rührkuchen büßt durchs Einfrieren auch nur wenig ein. Wenn Du ihn stückweise einfrieren willst, solltest Du die Stücke nebeneinander auf einem Tablett oder Brett vorfrosten und dann in Dosen oder Beutel umfüllen; so können sie nachher nach Bedarf stückweise aufgetaut werden. Selbst Sahne- und Cremetorten lassen sich so einfrieren und versüßen als kleiner Leckerbissen einen spontanen Kaffeeklatsch. Auch Plätzchen aus Mürbteig oder Pfefferkuchen vertragen einen kleinen Kälteschlaf. Nutze den Gefrierschrank auch als Vorratshelfer: Biskuit- und Mürbteigböden für eine Torte können gut vorab gebacken und nach dem Auskühlen eingefroren werden.

Je trockener das Gebäck, desto schneller ist es wieder aufgetaut: Bei Hefeteilen oder luftigen Rührkuchen reichen manchmal ein bis zwei Stunden. Torten und Co. lässt man am besten etwas Zeit: Auf einem Teller und vorsichtig abgedeckt, tauen sie am besten über Nacht im Kühlschrank auf.

Das Auge isst mit – daher ist es nicht nur wichtig, dass die süßen Backwerke lecker schmecken. Nehme Dir Zeit, um die kleinen und größeren Teilchen nach dem Backen auch liebevoll zu verzieren. Die Begeisterung der Gäste bzw. Beschenkten ist Dir gewiss!

Der Klassiker für Plätzchen, Kekse und mehr lässt sich vielfältig einsetzen und optisch verändern. Beim Lebkuchenhaus und gestapelten Plätzchen funktioniert er als Kleber, damit überzogene Kuchen bleiben schön saftig, und Kekse werden damit zart oder intensiv bunt verziert. 

Zuckerguss wird aus Puderzucker hergestellt. Dieser sollte vor der Verwendung gesiebt werden, denn Klümpchen im Guss machen ihn unbrauchbar. Wer größere Mengen Guss benötigt, kann den Puderzucker schnell im Blitzhacker pulverisieren, kleinere Mengen streicht man mit einem Löffel oder Teigschaber durch ein Sieb.

Nun wird der Staubzucker mit Flüssigkeit (Zitronensaft, Wasser, Rum etc.) verrührt. Bitte diese tröpfchen- oder teelöffelweise zugeben und gründlich rühren, bevor mehr Flüssigkeit zum Einsatz kommt. So hat man unter Kontrolle, wie dick- oder dünnflüssig der Guss wird. Als „Kleber“ soll der Guss zäh und dick sein. Für feinere Verzierungen braucht es hingegen einen flüssigen Guss, der aber trotzdem nicht wässrig sein darf, damit er nicht vom Keks läuft, bevor er trocknet.

Hat der Guss die gewünschte Konsistenz, kann man die Masse in Portionen teilen und nach Wunsch mit Lebensmittelfarben einfärben – gründlich rühren, damit alles gleichmäßig gefärbt ist. Um große Flächen wie eine Kuchenoberfläche zu bestreichen, nimmt man am besten einen Backpinsel. Zarte Tupfen, Linien oder Muster werden per Spritzbeutel aufgetragen. Dafür kleine Gefrier- oder Einmal-Spritzbeutel mit einer Tütenspitze nach unten in ein Glas setzen und den Rand etwas umschlagen. Nun den Guss einfüllen, nach unten streichen und den Beutel darüber z. B. mit einem Tütenclip verschließen. Eine kleine Ecke für zarte Verzierungen oder eine etwas größere für einen flächigen Auftrag abschneiden – los geht’s!

Einfach, aber wirkungsvoll sind zarte Streifen: Dafür die Plätzchen möglichst dicht an dicht legen und mit dem Spritzbeutel schnell darüberspritzen (z. B. diagonal), so dass mehrere Plätzchen auf einmal verziert werden. Nach Belieben nach dem Trocknen den Vorgang noch mal mit einem andersfarbigen Guss in anderer Richtung wiederholen.

Klassisch zieht man mit dem Zuckerguss die Konturen der ausgestochenen Figuren nach, „malt“ ihnen Augen und Gesichter und setzt nach Belieben mit farbigem Zuckerguss Akzente wie z. B. die roten Näschen unserer Pfefferkuchen-Elche.

Außerdem kann man mit Zuckerguss auch wunderbar andere Dekorationen wie Zuckerperlen oder -sternchen, Streusel und mehr auf dem Gebäck befestigen: Dafür die Plätzchen verzieren und das Dekor auf den noch feuchten Guss geben, dann trocknen lassen.

Wer mehrere Tage nacheinander backt, kann übrig gebliebenen Zuckerguss im Spritzbeutel gut verschlossen in einer Frischhaltedose im Kühlschrank aufbewahren. Vor der Verwendung dann ggf. leicht durchkneten – und schon kann damit weiter verziert werden.

Auch mit Kuvertüre oder Schokolade werden Kuchen und Plätzchen überzogen oder verziert. Dafür die Schokolade möglichst fein hacken und in einen Wasserbadtopf (ersatzweise einen kleinen Kochtopf) geben. Über einem heißen, aber nicht kochenden Wasserbad unter Rühren erwärmen, bis die Schokolade schmilzt. Vor der Verwendung etwas abkühlen lassen. Achten Sie darauf, dass die Schokolade nicht zu heiß wird, dann verliert sie ihren Glanz und ihre Bindung. Auf keinen Fall darf Wasser hineingelangen, dann wird sie grau und krümelig.

Zum Eintauchen gibt es so genannte Pralinengabeln mit flachen Zinken; sie erleichtern das Überziehen von Teilchen. Wer keine hat, verwendet stattdessen eine Gabel. Für feine Schokodekore kann die Schokolade wie beim Zuckerguss beschrieben mit einem kleinen Spritzbeutel aufgetragen werden. Schokolade immer gut trocknen lassen, bevor die Plätzchen in einer Dose gestapelt werden.

Mit einem Sparschäler oder einem scharfen Messer lassen sich von Schokotafeln dekorative Raspel abziehen. Wird die Schokolade vorher gekühlt, entstehen eher kurze Raspel, hat sie Zimmertemperatur, gelingen auch lange Locken.

Für raffinierte Crememuster gibt es Spritzbeutel mit Tüllen. Gezackte Tüllen ergeben ein besonders dekoratives Ergebnis. Erst die Tülle der Wahl in den Beutel einsetzen, dann Creme einfüllen und Beutel am Ende zudrehen. Mit leichtem Druck die Creme auf die Torte spritzen und mit einem Muster nach Wunsch oder entsprechend dem Rezeptfoto verzieren. Buttercreme ist gut geeignet für Dekor-Anfänger: Sollte das Muster nicht nach Wunsch gelingen, einfach die aufgespritzte Creme mit einer Palette vorsichtig von der Torte nehmen, zurück in den Beutel geben und noch mal starten.

Mit kleinen Schablonen, z. B. für Cappuccino, können auch Torten und Kekse mit hübschen Mustern verziert werden. Kurz vor dem Servieren gesiebten Puderzucker oder Kakao damit fein auf die Oberfläche stäuben.